ASKA im Blickpunkt

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Gemäß neuem Schulgesetz soll jede Schule ein Schulprogramm entwickeln. Die ASKA hat damit begonnen. Eduard Heußen, engagierter Elternvertreter, hat die ersten Anfänge der Diskussion beschrieben:

Freude am Lernen
Das neue Schulprogramm der ASKA entsteht

An der ASKA hat sich eine Arbeitsgruppe aus Eltern, Lehrern und Schülern gebildet, um zusammen mit der Schulleitung eine neues Schulprogramm zu entwickeln. Oberstes Ziel ist die Qualitätsverbesserung der ASKA. Dazu stehen Inhalte, schulische Angebote, Lernmethoden und die Arbeitsatmosphäre an der Schule zur Diskussion. Aus der eigenen Tradition heraus soll sich ein bewusstes Schulprofil entwickeln. Es soll überprüfbar werden, was die Schule tatsächlich leistet und das soll Schritt für Schritt verbessert werden.

Im vergangenen Jahr wurde als erstes eine Umfrage bei allen Eltern, Schülern und Lehrern zur Wahrnehmung der Unterrichtsqualität an der ASKA durchgeführt. Das Ergebnis: Alle halten die Freude am Lernen für das wichtigste Ziel des Unterrichts. Gemeint war nicht der Spaß im Unterricht, nicht die möglichst unterhaltsame Lehrinhaltsvermittlung, sondern die Lust an der Erarbeitung von Wissen und Fähigkeiten sowie die Freude am Können. Die Überraschung allerdings: Für die Verwirklichung dieses Ziels gab es gleichzeitig die schlechtesten Noten! Von allen Zielen einer guten Schule kam die Freude am Lernen am schlechtesten weg - übrigens auch in der Meinung der Lehrer. Diesen Widerspruch gilt es jetzt aufzulösen. Und so hat sich die Freude am Lernen zum Mega-Thema bei der Arbeit am neuen Schulprogramm der ASKA entwickelt.

Das Wichtigste an der Schule ist der Unterricht. Wo steht hier die ASKA im Vergleich zu anderen Schulen? Die Arbeitsgruppe hat die Angebote außerhalb des Unterrichts untersucht. Sehr gut nachgefragt sind musische Aktivitäten und der Sport, geringer beachtet darstellendes Spiel und Kunst, herausragend ist die Konfliktmediation. Die Beteiligung an gesellschaftspolitischen Veranstal-tungen ist dagegen eher mager. Als Grund stellt sich heraus, dass es offenbar an Kommunikation und Interesse mangelt. Ein anderes Thema mit Handlungsbedarf ist die Vorbereitung auf Beruf und Hochschule. Hier gibt es anders als anderswo noch keine Kooperationen mit Berliner Hochschulen oder Unternehmen, um Betriebswirklichkeit und berufliche Perspektiven zu vermitteln. Auch das Potential, das die Eltern mit ihren verschiedenartigen Berufen bilden, muss noch abgerufen werden.

Eltern, Lehrer und Schüler diskutieren nun, mit welchen Mitteln die Arbeit der Schule verbessert werden kann. Bis zum späten Frühjahr könnte die Diskussion in einen ersten Entwurf eines Schulprogramms münden. Dann haben alle Gelegenheit, mitzureden und Einfluss zu nehmen. Es könnte der wichtigste Nebeneffekt des Schulprogramms werden, dass unsere Schule ein Gemeinschaftsunternehmen wird. (wird fortgesetzt)


E. Heußen


Persönlichkeiten der ASKA-Geschichte
Nachtrag zum 100. Geburtstag von Nobelpreisträger Forßmann

Werner Forßmann wurde am 29. August 1904 in Berlin geboren. Er besuchte das alte Askanische Gymnasium, damals noch unweit des Anhalter Bahnhofs. 1923 legte er dort sein Abitur ab und studierte an der Berliner Universität (heute: Humboldt-Uni) Medizin. Danach war er Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik der Berliner Charité bei Professor Sauerbruch.

Als junger Mediziner erprobte Forßmann 1929 an sich selbst die Methode der Herzkatheterisierung. Über eine Vene in der Ellbogenbeuge führte er eine Sonde bis ins Innere seines Herzens ein. Den Pfad des Geräts durch seinen Körper kontrollierte er am Röntgenschirm. Sein Mut fand zunächst nicht die Anerkennung der Fachwelt. Vielfach wurde der damals 25-Jährige für seine Selbstversuche sogar verachtet. Erst 1939 wurde die Methode in den USA wieder aufgegriffen, heute ist sie ein verbreitetes Therapie- und Diagnosemittel. Ausdruck seiner weltweiten Anerkennung war die Verleihung des Medizin-Nobelpreises im Jahr 1956.

Bis zu seinem Tod in Schopfheim bei Lörrach am 1.6.1979 in Folge zweier Herzinfarkte war Forßmann unermüdlich publizistisch tätig. Dabei erwies er sich oft als unbequemer Mahner. So warnte er vor dem Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan, lange bevor es aus dem Handel genommen wurde. Er sprach sich für die Anti-Baby-Pille aus und bezog Stellung gegen die Papst-Enzyklika "Humanae Vitae" (1968) zur Geburtenregelung.


 
P. Klepper